Jerome Boateng und die englische Premier League – das war eigentlich keine Liebesgeschichte. Gerade einmal ein Jahr blieb der Nationalspieler nach seinem Wechsel vom Hamburger SV zu Manchester City auf der britischen Insel. Dann folgte er dem Ruf des FC Bayern München zurück in die Bundesliga. Bei den Citizens wollte es niemand zugeben, doch traurig über den Transfer war fast keiner. Boateng schien ungeeignet für einen Premier League-Verein mit höchsten Ansprüchen. Fast drei Jahre ist dies her: Boateng hat sich inzwischen zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga entwickelt, hat einmal das Champions League-Finale erreicht und konnte die Königsklasse einmal gewinnen. In diesem Jahr ist wenigstens der Meistertitel bereits sicher. Mehr ist sehr gut möglich. Manchester United scheint dies überzeugt haben.
Boateng soll zu den Red Devils
Mehrere englische Medien berichten übereinstimmend, dass die Red Devils den deutschen Nationalspieler gerne zur kommenden Saison ins Old Trafford locken wollen. Dort soll der 25-Jährige Nemanja Vidic ersetzen, der seine Fußballschuhe zumindest für United an den Nagel hängt. Was nicht geschrieben wird, wovon man aber trotzdem wohl bedenkenlos ausgehen darf, ist: United wird wohl auch eine neue Mannschaft aufbauen, von der Boateng ein gewichtiger Baustein sein soll. Das gegenwärtige Team versinkt im Mittelmaß, wird die Champions League verpassen und blamiert sich mittlerweile regelmäßig in jedem Duell mit ambitionierten Gegnern.
Abgang erscheint unrealistisch
So erscheint auch fraglich, weshalb Boateng wechseln sollte. Er hat noch einen Vertrag bis 2018 bei den Bayern. Kein Klub kann man momentan die sportlichen Perspektiven der Münchner bieten. Finanziell muss sich der amtierende Triple-Sieger ohnehin hinter keinem Verein rund um den Globus verstecken. Manchester hat nur zwei Hoffnungen: Zum einen hat Boateng sportlich mit München alles erreicht, was man erreichen kann. Zum könnte es ihn reizen, der Premier League zu zeigen, wie sehr man sich vor drei Jahren in ihm geirrt hat. Diese Argumente sind allerdings dünn. Boateng dürfte Bayern kaum nach der Saison verlassen.