Auch 13 Jahre Vereinstreue schützen nicht vor den gängigen Mechanismen des harten Profi-Geschäfts. Dies muss nun auch Christopher Menz von Fußball-Zweitligist Union Berlin am eigenen Leib erfahren. Trotz zuletzt starker Leistungen soll der Vertrag des 24-Jährigen bei den Eisernen laut aktueller Informationen nicht verlängert werden.
Der Defensivspezialist kam als damals Zwölf-Jähriger aus Magdeburg nach Berlin, kämpfte sich durch sämtliche Jugend-Mannschaften bis hin zur Profi-Mannschaft vor und überzeugte stets durch großen Trainingsfleiß und eine, trotz dem langem Reservistendaseins, äußerst professionellen Einstellung. Denn erst durch den Wintertransfer von Stamm-Sechser Markus Karl in Richtung Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern schafft es Menz im Trikot der Eisernen, auf sich aufmerksam zu machen und sich einen Platz in der ersten Elf zu erarbeiten. Zuvor absolvierte Menz nur eine Partie über die komplette Distanz, wurde ansonsten nur sporadisch für die letzten Minuten eingewechselt und trug meist Trainingsanzug statt Spielkluft. Trotz des neuen Standings innerhalb des Mannschaftsgefüges sollen sich die Club-Verantwortlichen nun intern gegen eine Weiterbeschäftigung des defensiven Mittelfeldabräumers entschieden haben.
Auch wenn der Verein die Entscheidung gegen Menz noch nicht offiziell bekanntgegeben hat, scheint der 24-Jährige insgeheim mit dieser Entscheidung gerechnet zu haben: „Ich muss gucken, wie es weitergeht. Am liebsten natürlich bei Union. Aber wenn das nicht klappt, dann eben woanders.“ Nach inzwischen knapp 13 Jahren bei den Eisernen und nun schon fast sechs Jahren unter Coach Uwe Neuhaus muss sich Menz neu orientieren. In Frage kommen angeblich mehrere Zweitliga-Clubs, aber auch ambitionierte Drittligisten. Sein Berater Maikel Stevens hält sich jedenfalls noch bedeckt: „Es gibt noch keinen neuen Stand. Aber es ist ja auch noch etwas Zeit.“