Wer es mit dem Hamburger SV hält, durchlebt momentan wohl seinen schlimmsten Alptraum. Es hat den Anschein, als wollten die Hanseaten sich nicht länger gegen den ersten Bundesliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte wehren. Fatalismus pur ist ausgebrochen. Dabei verheißt der Blick auf die Tabelle nach wie vor Hoffnung. Der HSV steht auf dem Relegationsplatz. Platz 15 ist zwar nur noch in theoretischer Reichweite, doch bleiben die Norddeutschen zumindest 16., so haben sie es weiterhin in der eigenen Hand, die Klasse zu halten.
Slomka ratlos
Von den Tribünen schallte es nach dem 1:3 gegen den FC Augsburg – wieder einmal – den berühmten Frustruf „wir haben die Schnauze voll“. Trainer Mirko Slomka erklärte, er könne die Wut der eigenen Anhänger „verstehen“. Der dritte Coach des HSV in dieser Saison wirkt ob der desolaten Leistungen seiner Mannschaft inzwischen ebenso ratlos wie seine beiden Vorgänger. Man strahle „überhaupt keine Torgefahr aus“, so der frühere Hannoveraner, und das „egal mit welchem Torschützen“. Wenn Heiko Westermann der beste Torschütze im Team sei, dann „ist das einfach zu wenig“, schimpfte der frustrierte Slomka.
Adler sieht „höhere Mächte“ als seine Gegner
René Adler, der in der vergangenen Saison einer der größten Leistungsträger seines Teams gewesen war, erlebte einmal mehr einen rabenschwarzen Tag. Er glaube langsam, dass dies mit „höheren Mächten“ zu tun habe, so Adler. Eigentlich mache er nichts anders als früher. Der Torhüter, der wohl drauf und dran ist, sich um seine WM-Chancen zu bringen, gab genau wie Slomka die Relegation als das neue Saisonziel aus.
Auf etwas mehr hofft Marcell Jansen. Der Mittelfeldspieler ist nach wie vor davon überzeugt, mit dem HSV erfolgreich sein zu können. Da man gegen Augsburg verloren habe, müsse man nun eben den FC Bayern München schlagen, so der Linksfuß. Wer das Spiel gesehen hatte, konnte nicht umhin, sich zu fragen, bei dieser Aussage eine hervorragende Real-Satire zu erleben?