Es gibt diesen einen Satz von Uli Hoeneß über das Transferverhalten des FC Bayern München, der bis heute die goldene Regel der Manager des Meisters ist: Möchten die Süddeutschen einen Spieler wirklich unbedingt verpflichten, bekommen sie ihn auch. Im Fall von U19-Europameister Joshua Kimmich haben sie dies einmal mehr bewiesen. Der Mittelfeldspieler, dem alle Experten ein gewaltiges Talent und einen ausgesprochen klugen Kopf attestieren, wechselt im Sommer vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München. Laut „Sport 1“ fließen sieben Millionen Euro Ablöse in die Gegenrichtung. Trösten kann dieses Geld im Schwabenland jedoch niemanden. Zu groß erscheint der Verlust des Spielers.
Stevens betrachtet Kimmich als fremdgesteuert
Stuttgarts Coach Huub Stevens erklärte, dass die sportliche Führung des VfB „natürlich traurig“ über den Verkauf des Talents sei. Der Niederländer vermutet, dass das Talent von seinem Umfeld fremdgesteuert ist. Nicht nur der Spieler wolle „das höchste“, erklärt Stevens, sondern auch der Berater und die Eltern. Wenn in einer solchen Situation der FC Bayern München anklopfe, sei es nur sehr schwer möglich, den Spieler tatsächlich beim VfB Stuttgart zu halten.
Zorniger ist stolz
Tatsächlich spielt Kimmich derzeit aber nicht einmal beim VfB Stuttgart, sondern ist an RB Leipzig ausgeliehen, wo er sich zu einer tragenden Säule der Mannschaft entwickelt hat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Red Bull den Spieler ebenfalls auf Dauer binden wollte. Wohl auch deshalb hat der FC Bayern schon jetzt Nägel mit Köpfen gemacht, um Leipzig die Grenzen aufzuzeigen. RB-Coach Alexander Zorniger bedauert den Abgang des Spielers, erklärt aber zugleich, er sei stolz, dass es „ein von uns trainierter Spieler“ den Sprung zum FC Bayern geschafft habe. In München trifft der 20-Jährige in Gestalt von Pep Guardiola vermutlich auf den perfekten Trainer für ihn: Kimmichs großes Vorbild ist der Spanier Xavi. Den kennt Guardiola bekanntlich gut.