Auf dem Papier hatte Bayer Leverkusen in Gestalt von Atletico Madrid einen der schwersten Gegner der vier deutschen Teams im Achtelfinale der Champions League. Doch Papier ist ja bekanntlich geduldig. Bayer gewann gegen die Spanier Zuhause mit 1:0. Die Ausgangsposition für das Rückspiel ist aber nicht nur aufgrund des Ergebnisses ausgezeichnet, sondern auch deshalb, weil sich der Gegner fleißig selbst schwächte und Verletzungspech hatte.
Bellarabi, Calhanoglu und Leno ragen heraus
Das gesamte Team der Werkself arbeitete ausgezeichnet, spielte phasenweise wirklichen schönen Fußball und kämpfte gut. Eigentlich verbietet es sich, Akteure hervorzuheben. Doch Karim Bellarabi, Hakan Calhanoglu und Bernd Leno spielten so gut, dass es doch sein muss. Der Keeper von Bayer hielt beispielsweise in der ersten Halbzeit einen eigentlich unmöglichen Ball. Leno hielt nach der Partie von Oliver Kahn den ultimativen Ritterschlag. Er habe den Schuss eigentlich schon im Netz zappeln sehen, erklärte der frühere Welttorhüter.
Bellarabi war auf der Außenbahn der zu fleischgewordene Alptraum der Defensivspieler von Atletico. Längst nicht jede Aktion fruchtete, trotzdem war der deutsche Nationalspieler der beste Mann auf dem Platz – auch deshalb, weil er das Tor des Tages vorbereitete. In der 57. Minute legte er mit dem Absatz für Calhanoglu ab, der sich nicht lange bitten ließ und verwandelte. Deshalb gehörte auch der Türke zu den Spielern, die an diesem Tag besonders auffielen.
Atletico schwächt sich selbst und hat Verletzungspech
Auf Seiten der Spanier regierte der Horror. In der ersten Halbzeit mussten zwei Akteure (Siqueira, Saul Niguez) verletzt vom Feld. Ihr Einsatz im Rückspiel ist unklar. Zudem holte sich Tiago eine gelb-rote Karte ab und wird deshalb ebenso wie Godin fehlen, der zwar nur gelb sah, aber so vorbelastet war, dass nun auch er ein Spiel Pause machen muss. Bayer erwartet im Rückspiel ohne jede Frage ein heißer Tanz, doch die Ausgangssituation, den Vorjahresfinalisten und amtierenden spanischen Meister aus dem Wettbewerb zu werfen, ist extrem gut.