Es schien wie gemalt: 2015 feierte Mahmoud Dahoud sein Bundesligadebüt bei Borussia Mönchengladbach. Zwei Jahre spielte er auf konstant hohem Niveau und empfahl sich schließlich für die nächste größere Herausforderung – den BVB. Doch den nächsten Schritt konnte Dahoud weder bei Borussia Dortmund noch bei der deutschen U21-Nationalmannschaft machen.
Auf einmal darf Dahoud wieder beim BVB mitmischen. Dies ist irgendwie charakteristisch für seine Zeit bei den Schwarz-Gelben. Immer wieder schubweise darf er ran und das war es dann schon wieder. Beim 0:5-Debakel gegen den FC Bayern durfte Dahoud wieder ran, weil mit Raphael Guerreiro und Paco Alcacer zwei Offensive fehlten und Trainer Lucien Favre eine defensivere Ausrichtung für sein Team haben wollte. Dahoud fand sich auf einmal in der Startaufstellung wieder. Nach Ballgewinnen sollte es über Konter schnell nach vorne gehen. Für solche Momente ist Dahoud eigentlich wie geschaffen: zweikampfstark, schnell mit dem Ball am Fuß. Er kann Konter einleiten und sie selber abschließen. Der Plan schien auch aufzugehen, als Dahoud in der Anfangsphase die beste und einzige Chance der Dortmunder hatte. Nach einem schnellen Konter über Marco Reus und Jacob Bruun Larsen kam Dahoud zum Abschluss – und traf nur den Außenpfosten. Dass anschließend Favres Plan und seine Systemumstellung auf ein 4-3-3 völlig in die Hose ging – geht auf die Kappe vom Schweizer Coach. Doch von Dahoud hatte sich der Trainer in einem so wichtigen Spiel mehr erwartet. Der U21-Nationalspieler spielte die zweitwenigsten Pässe bei den Schwarz-Gelben und war eben nicht der Stratege, den er nach seiner Einwechslung im Hinspiel noch mimte. Zudem gewann der gebürtige Syrer nur 23 Prozent seiner Zweikämpfe und verweigerte in vielen Situationen auch einfach den Kampf um den Ball.
Zwischen Genie und Wahnsinn
Natürlich ist Dahoud nicht alleine schuld am Untergehen der Dortmunder, doch seine Leistung im Vergleich zum Hinspiel spiegelt seine Zeit bei den Schwarz-Gelben hervorragend wieder. Er schwankt noch viel zu sehr zwischen sporadisch schwachen Auftritten, die an seine Zeiten im Trikot der Gladbacher erinnern. Für Dahoud wird es erst einmal wichtig sein sich wieder in konsequent in die Startelf der Dortmunder zu spielen. Vor dem Bayernspiel lag sein letzter Startelfeinsatz mehr als zwei Monate zurück.