Nach der herben 1:6-Niederlage gegen die Bayern ziehen die Stuttgarter nun Bilanz. „Und dann haben wir alles eingestellt.“ Das war wohl der entscheidende Satz zum Sonntagsspiel, denn nach einer guten Leistung in der ersten halben Stunde ließen sich die Schwaben vom deutschen Rekordmeister auseinandernehmen.
Statt der erwarteten Punkte haben die Stuttgarter über die Länderspielpause nun die rote Laterne zu Gast. Nachdem der VFB eigentlich nicht schlechte gestartet war (Siege im DFB Pokal und in der Europa League), setzte bei den Schwaben beim FCB wohl alles aus. „Wir dachten, wir sind schon einen Schritt weiter. Es ist klar, dass man nun einige Dinge kritisch hinterfragen muss“, so Trainer Bruno Labbadia.
Innerhalb von 30 Minuten kassierte man in der Allianz-Arena Halbzeitübergreifend 6 Gegentreffer, die weitestgehend aus dummen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung entstanden. Zunächst sah für den VFB alles so gut aus. Man konnte sogar durch Harnik mit 1:0 in Führung gehen. „Was dann passiert ist, kann ich mir nicht erklären. Bei uns hat nichts mehr geklappt, das ist traurig“, so das Statement von Kapitän Serdar Tasci zu dem Spielverlauf, der sich im Anschluss entwickelte.
Zu allem Übel flog auch noch Stürmer Vedad Ibisevic mit Rot vom Platz, nachdem er sich von Jerome Boateng hat provozieren lassen. Allerdings ist von Ibisevic auch schon aus früheren Vereinen bekannt, dass der Stürmer nur ungern Streitigkeiten aus dem weg geht und oftmals auch selbst der Initiator ist. Folglich dreht sich beim Stürmer nicht immer alles nur im Fußbälle, wie es bei einem Profi normalerweise sein sollte. Noch in der Vorbereitung konnte der ehemalige Hoffenheimer beispielsweise gegen Dynamo Moskau überzeugen, in der Liga ist er bislang allerdings die tragische Figur. Im ersten Spiel leistete er sich einen epischen Fehlschuss und nun der Platzverweis.
Nun gilt es für Labbadia und Co die Vergangenheit abzuhaken und möglichst schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen. In der Länderspielpause ist nun jedenfalls genug Zeit um sich wieder auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren. Wenn der VFB an seine Leistungen vor Beginn der Bundesliga-Saison anknüpfen kann wird es auch in der Liga nicht mehr lange bis zum ersten 3er dauern.