Der VfL Wolfsburg ist das Überraschungsteam der laufenden Saison. Die Niedersachsen stehen nach 22 Spieltagen auf Platz 6. Wesentlich dafür verantwortlich ist Trainer Bruno Labbadia, der bei seinen vorherigen Vereinen wahrlich alles andere als unumstritten war. In Wolfsburg soll der 53-Jährige jetzt verlängern, doch der Coach sieht keinen Grund für übertriebene Hektik. Stattdessen findet er überraschend klare Worte über seinen ehemaligen Arbeitgeber Hamburger SV und seinen derzeitigen Vertragspartner VfL Wolfsburg.
Labbadia über den VfL Wolfsburg
Er habe „sich nicht um den Job bei den Wölfen gekloppt“, erinnert sich Labbadia in der „Bild“. Stattdessen habe er die Verantwortlichen von VW vor seiner Einstellung gefragt, ob diese denn wüssten, was auf sie zukäme. Er sei sich schon bewusst gewesen, „dass sie sich nicht im Klaren waren“, berichtet der 53-Jährige – und es klingt etwas spöttisch.
Er selbst sieht sich als erfolgsbesessen an, schildert Labbadia weiter. Er könne ansonsten das Leben nicht genießen – das färbe auch auf die Familie ab. Deshalb schätze er derzeit die Arbeit mit dem VfL sehr. Was die Vertragsverhandlungen angeht, will er dennoch keine Schnellschüsse machen. Es werde „demnächst die Zeit kommen“, in der er sich in Ruhe Gedanken machen werde. Jetzt gelte es, „den Moment zu genießen. Und das tue ich.“
Labbadia über den Hamburger SV
Dazu, den Moment zu genießen, gehört es für Labbadia vermutlich auch, sich am Elend einiger Vereine zu laben, die ihn vom Hof gejagt haben. Man solle sich die Vereine anschauen, für die er nicht mehr gut genug war und wo diese danach gelandet seien“, spottet der 53-Jährige. Er wisse beispielsweise, so Labbadia, „dass ich mit dem Hamburger SV nicht abgestiegen wäre.“ Unter ihm sei der Verein auf einem guten Weg gewesen. Labbadia hielt mit den Hanseaten 2015 und 2016 die Klasse, musste dann aber in der Frühphase der folgenden Saison gehen.